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also, bislang hat es mir hier immer gut geschmeckt. doch neulich hab ich ein halb durches cordon bleu serviert bekommen. als ich nach einigen bissen das essen beanstandet habe, fragte mich die bedienung lapidar, warum ich dann schon die hälfte des schnitzels gegessen habe. hatte ich nicht, leider stellt man nicht durch handauflegen fesst, ob ein schnitzel durch ist oder nicht. nach einem leichten zögern erhielt ich schließlich ein neues cordon bleu. so dachte ich, denn anstatt eines warmen cordon bleus erhielt ich ein paniertes schnitzel. das schmeckte immerhin ganz gut. trotzdem werde ich für die nächste zeit wo anders essen gehen. bin ziemlich enttäuscht.
Gleich vorweg: Der "neue" Zwinger macht einen guten, einen besseren Eindruck. Auf der Karte steht jetzt wieder mehr fränkisches als vorher - wie schön, dass man mitten in der Nürnberger Innenstadt Leckerlis wie eine amtliche Stadtwurst mit Musik genießen kann. Gut: Das Bier ist leider immer noch von Tucher, aber das Weizen kann man schon trinken.
Einen Extrapunkt gibt es noch für die wirklich super nette und flinke Bedienung.
Wir hatten dieses Jahr unsere Weihnachtsfeier im Marientorzwinger und waren rundum zufrieden. Das uns servierte fränkische Menü war sehr lecker (ich persönlich hatte das Schäuferle), die Bedienung sehr nett. Es hat sich offenbar wirklich viel verbessert seit dem Pächterwechsel Anfang des Jahres. Hoffentlich bleibt das auch so. Was sich auch merklich verbessert hat, ist die Sauberkeit im Laden und vor allem in den Toiletten. Die Kritik bzgl. der Weinkarte kann ich nicht nachvollziehen, es gibt zusätzlich zu den Mainstream-Weinen wie Pinot etc. auch noch sehr leckere fränkische Weine in reichhaltiger Auswahl. Die feinen Ziegler-Schnäpse haben unsere Weihnachtsfeier auch prächtig abgerundet... :) Meine Kollegen und ich werden auf jeden Fall mal desöfteren die günstigen Mittagsgerichte ausprobieren. Alles in allem sehr empfehlenswert.
Der Neustart Anfang des Jahres hat dem Zwinger gut getan. An der Ausstattung hat sich so viel nicht geändert, das Innere ist einfach gehalten, aber doch auch wieder gemütlich. Der schattige Biergarten ist sicher einer der schöneren innerhalb der Altstadt. Unseren Besuch bei Schupfnudeln, Wildschweinbraten und dazu Hefeweizen dunkel können wir als gelungen bezeichnen. Für die Rinderrouladen - an diesem Tag - können wir die Hand ins Feuer legen. Die weiteren Aussichten in der Speisenkarte mit Schäufele, Schweine-und Sauerbraten und Pfefferhaxn sind nicht uninteressant. Schade, dass die Bierauswahl beschränkt ist auf Tucher + Jever Biere. Auch die Weinkarte - Prosecco und Obstbrände nicht mitgerechnet - reduziert sich auf die heute üblichen einfachen Massenweine wie Pinot Grigio, Merlot, Soave, Chardonnay und einen Bacchus. Der Service war o.k., das Preis/Leistungsverhältnis angemessen. Wir vergeben hierzu 3-4 Punkte.
Es gibt kaum einen schöneren Biergarten in der Stadt und inzwischen sind Service und die Qualität des Essens wieder auf das entsprechende Niveau gebracht.
Pächter Hans-Jürgen Singer will das Traditionslokal wiederbeleben
Der Marientorzwinger hat eine lange Tradition: Seit 1859 ist das markante Gebäude an der Ecke Lorenzer Straße/Marientorgraben als Gaststätte bekannt – im Mittelalter wurde es für militärische Zwecke genutzt. Mit einem neuen Pächter soll nun an bessere Zeiten angeknüpft werden.
Seit März ist Hans-Jürgen Singer der Pächter, in Nürnberg hat er sich mit dem Café und Hotel Lucas in der Kaiserstraße und dem Tapasitos in der Adlerstraße einen Namen gemacht. Als vor drei Jahren ein neuer Pächter für den Marientorzwinger gesucht wurde, hatte er bereits ein Auge auf das Objekt geworfen. Doch die Stadt Nürnberg, der die Gastwirtschaft gehört, lehnte ab. «Jetzt wurde ich gefragt, ob ich es machen will», erzählt Singer der NZ. Vor allem die Tucher Bräu wollte offenbar Singer als Pächter haben, nachdem es mit den Vorgängern zu Dissonanzen gekommen sein soll.
Viele Gäste wurden abgeschreckt
Vor drei Jahren wurde umfangreich renoviert – Singer hätte noch aufwändiger erneuert, wie er sagt –, doch das Konzept ging nicht auf: Viele Gäste wurden durch schlechten Service und stark schwankende Qualität des Essens abgeschreckt. Hört man sich um, hat der neue Pächter einiges zu tun, den schlechten Ruf wieder aufzupolieren. Von trockenen Vortages-Klößen (gerade in Franken eine Sünde), labbrigen Salaten und überhöhten Preisen war die Rede. Dass an heißen Sommertagen manchem Gast im Garten die Zunge am Gaumen klebte, weil zu wenig Bedienungen da waren, machte auch nicht den besten Eindruck.
Singer jedenfalls sieht sich der Herausforderung gewachsen: «Ich bin mit dem ’Lucas’ seit elf Jahren im Geschäft, mit dem ’Tapasitos’ seit drei Jahren, da macht man seine Erfahrungen – und bestimmte Fehler begeht man einfach nicht. Das beginnt schon bei einem ordentlichen Kassensystem los.» Das Angebot soll klassisch-fränkisch mit mediterranen Einschlägen bleiben, «aber ich will meinen Gästen gleichbleibende Qualität anbieten», betont Singer, «das soll nicht von Launen des Kochs abhängig sein». Die Nürnberger sollten wieder wissen, was sie im Marientorzwinger auf den Tisch bekommen. Singer sagt von sich selber, er führe seine Läden «klar betriebswirtschaftlich orientiert».
Die Einrichtung ist grundsätzlich gleich geblieben, auch wenn Singer «einige Energie» in das Restaurant gesteckt hat. Eine neue Lichtanlage und große schwarz-weiße Fotos aus dem Stadtarchiv, die historische Motive aus der Nürnberger Geschichte zeigen, geben dem Gastraum eine bodenständige, aber dennoch modern-schicke Atmosphäre, zu der auch das neue Lichtkonzept mit viel indirekter Beleuchtung beiträgt.
Der Mittagstisch findet gute Resonanz
Zum Angebot gehört auch ein Mittagstisch: Königsberger Klopse mit Reis für 4,80 Euro, ein kleines Schnitzel mit Kartoffelsalat für 4,80 Euro oder Tagliatelle in Bärlauchpesto mit frischen Tomaten für 5,80 Euro ziehen bereits ordentlich Gäste an.
Der große Garten mit mehreren hundert Plätzen wird auch noch etwas ausgebaut, außerdem sollen künftig Veranstaltungen aller Art im Marientorzwinger stattfinden können: Singer denkt an Firmen-Events und Hochzeiten. «Die Räumlichkeiten sind ideal dafür, im Garten können wir ein großes Zelt aufstellen». So soll in die alten Mauern eine gute Tradition wiederbelebt werden.